Beckenbodentraining

Das Beckenbodentraining

Haben Sie sich schon einmal über Ihren Beckenboden Gedanken gemacht? Nein? Das sollten Sie aber, denn der Beckenboden ist ein wichtiger Teil unseres Körpers. Er besteht aus verschiedenen Muskelsträngen, die sich vom Schambein bis zum Steißbein erstrecken.

Funktionen und Aufgaben des Beckenbodens

Der Beckenboden erfüllt mehrere wichtige Aufgaben in unserem Körper. So hält er die Organe des Bauchs und des Beckens an Ort und Stelle. Gleichzeitig spannen und entspannen sich die Beckenbodenmuskeln nach Bedarf. Sind sie angespannt, helfen sie den Schließmuskeln der Blase und des Darmes, ordnungsgemäß zu funktionieren. Die Beckenbodenmuskeln verschließen nämlich beispielsweise die Harnröhre, wenn sich Urin in der Blase sammelt. Beim Wasserlassen oder Stuhlgang entspannen sich dann die Muskeln des Beckenbodens wieder.

Gerade der weibliche Beckenboden hat vielen Belastungen standzuhalten Gerade der weibliche Beckenboden hat vielen Belastungen standzuhalten
Die Rückbildung des Beckenbodens kann zu verschiedenen Arten der Inkontinenz führen Die Rückbildung des Beckenbodens kann zu verschiedenen Arten der Inkontinenz führen

Inkontinenz vorbeugen durch Beckenbodentraining

Besonders anfällig für eine Schwäche des Beckenbodens sind Frauen in der Schwangerschaft oder nach der Geburt. Ebenso können sich die Beckenbodenmuskeln bei übergewichtigen Menschen oder mit fortschreitendem Alter zurückbilden. Oft sind Harn- oder Stuhlinkontinenz die Folge. Durch gezieltes Beckenbodentraining können diese Probleme allerdings in den Griff bekommen werden. Auch nach Prostataoperationen oder bei Potenzproblemen sind Übungen für den Beckenboden sinnvoll und notwendig.

So wie bei allen Muskeln in unserem Körper können wir lernen, die Beckenbodenmuskeln durch bestimmtes Training zu stärken und zu bewegen. Durch das Training des Beckenbodens kann besonders Belastungsinkontinenz behandelt und sogar auch vorgebeugt werden. Sozusagen erfunden hatte das Beckenbodentraining der amerikanische Arzt Dr. Arnold Kegel (1894-1972). Wegen ihm werden die Beckenbodenübungen auch Kegelübungen genannt. Zunächst waren die Übungen auch nur für Frauen nach der Schwangerschaft gedacht.

Den Muskeln "nachspüren"

Zuerst mag sich das etwas komisch anhören - wie trainiert man eine Muskelgruppe, der man sich nicht bewusst ist? Aber auch Muskeln im Inneren des Körpers können erspürt werden. Dazu gibt es verschiedene Techniken. Die bekannteste ist die Methode, während des Wasserlassens den Harn bewusst anzuhalten und nachzuspüren, welche Muskeln sich dabei anspannen.

Tatsächlich geht es bei den meisten Beckenboden-Übungen darum, die Muskeln anzuspannen, eine gewisse Zeit zu halten und wieder zu entspannen. Auch sollte beim Training darauf geachtet werden, die Gesäß- und die Bauchmuskeln nicht mit anzuspannen. Die richtige Atemtechnik ist ebenfalls sehr wichtig. Wenn man einatmet, dehnt sich der Beckenboden und senkt sich gleichzeitig. Beim Ausatmen funktioniert dies umgekehrt und die Muskeln ziehen sich zusammen.

Eine Übung zum Ausprobieren

Eine der einfachsten Beckenbodenübungen funktioniert folgendermaßen: setzen Sie sich auf den Stuhl und rutschen Sie auf die vorderste Stuhlkante. Die Beine sollten fest nebeneinander stehen, die Knie im 90 Grad Winkel abgewinkelt sein. Mit den Handflächen stützen Sie sich nun links und rechts neben Ihrem Gesäß ab und spannen den Beckenboden an. Versuchen Sie, die Füße vom Boden abzuheben und eine halbe Minute in der Luft zu halten. Die Haltung Ihres Rückens und Ihres Beckens soll dabei unverändert werden.

Die Übungen sollten am besten mit einem Physiotherapeuten zusammen eingeübt werden, können danach aber auch zuhause selbst durchgeführt werden.

Selbst ist die Frau: Mit den richtigen Übungen kann man auch zuhause ganz leicht den Beckenboden trainieren Selbst ist die Frau: Mit den richtigen Übungen kann man auch zuhause ganz leicht den Beckenboden trainieren

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