Elektrostimulation

Unter Elektrostimulation wird die Reizung des Körpers mittels elektrischer Felder verstanden.

Die Notwendigkeit einer medizinischen Elektrostimulation liegt in der Wirkungsweise des menschlichen Körper selbst begründet: Die Nerven des Körpers versorgen im Normalzustand auch dessen Muskeln, was im Prinzip nichts anderes bedeutet, als dass die Nerven elektrischen Strom zu den Muskeln fließen lassen. Wird ein bestimmter Nerv jedoch beschädigt, ist dieser praktisch außer Gefecht gesetzt und in der Folge kommt es zum Abbau der von ihm adressierten Muskeln.

Diesem Umstand wird bei der Elektrostimulation der Nerven entgegengewirkt: Beim Patienten werden Elektroden angebracht, die geringe Stromstöße durch dessen Körper fließen lassen, welche letztlich den beschädigten Nerv stimulieren. An diesem werden somit Signale erzeugt, die entlang des Nervs dann an den Muskel gelangen und diesen wieder ordnungsgemäß arbeiten lässt.

Neben dieser sogenannten Nervenstimulation ist auch die Muskelstimulation weit verbreitet. Auch bei dieser werden durch Elektroden auf der Haut elektrische Reize erzeugt, doch wenden sich diese nicht indirekt an die Nerven, sondern direkt an die Muskelzellen selbst.

Anwendung findet die Elektrostimulation etwa im Sport, um die Muskelleistungen zu steigern oder in der medizinischen Therapie bei Muskelschwäche oder Krebserkrankungen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit findet sich in den sogenannten Cochleaimplanten für gehörlose Menschen, kleine Geräte, die den Hörnerv stimulieren und dadurch wieder ein normales Hören ermöglichen.


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