Innenohrschwerhörigkeit und Schallleitungsschwerhörigkeit

Die Innenohrschwerhörigkeit

Die Innenohrschwerhörigkeit, auch Schallempfindungsschwerhörigkeit genannt, kann verschiedene Ausprägungen aufweisen und von einer leichten Schwerhörigkeit bis hin zur kompletten Taubheit reichen. Diese Art von Schwerhörigkeit ist eine typische Funktionsstörung im Bereich des Innenohrs, bei der das Hörvermögen gemindert wird. Durch die Einsetzung eines Hörgeräts kann die Einschränkung behoben und das Hören verbessert werden.

Ursachen:

Die Ursachen der Innenohrschwerhörigkeit können sehr vielfältig sein. Da wir im Alltag unsere Ohren auf unterschiedlichste Weisen belasten, kann die Ursache für eine Schallempfindungsschwerhörigkeit bei jedem Menschen anders sein. Mögliche Gründe können sein:

  • Altersschwerhörigkeit
  • Lärm
  • Durchblutungsstörungen
  • Hörsturz
Innenohrschwerhörigkeit tritt in der Cochlea auf
  1. Altersschwerhörigkeit

    Ein häufiger Grund ist die Altersschwerhörigkeit, die meist ab dem 50. und 60. Lebensjahr einsetzt. Aufgrund von permanenter Belastung im Alltag zeigt das Hörorgan im Alter Verschleißerscheinungen und das Innenohr, in dem das eigentliche Hören stattfindet, kann seine Funktion nicht mehr optimal ausführen. Besonders typisch hierfür ist, dass gerade Töne mit hoher Frequenz erschwert wahrgenommen werden können.

  2. Lärm

    Eine weitere Ursache kann auch Lärm darstellen. Es reichen sogar schon täglich sechs bis acht Stunden bei über 85 dB lautem Lärm aus, um einen Schaden am Gehör zu verursachen. Ob im Straßenverkehr einer Stadt, am Arbeitsplatz oder bei Freizeitaktivitäten wie Konzertbesuchen – unsere Ohren sind täglich hohen Belastungen ausgesetzt. Da dies unser Innenohr dauerhaft überfordert, kann es zu einer Innenohrschwerhörigkeit führen.

  3. Durchblutungsstörungen

    Unser Körper und unsere Organe sind darauf angewiesen, permanent ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt zu werden, um optimal funktionieren zu können. Dies trifft selbstverständlich auch auf unser Hörorgan zu. Bei Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen einhergehen, kann deshalb auch das Ohr erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb sind gerade Diabetes Mellitus oder Arteriosklerose prädestinierte Erkrankungen, die eine Schallempfindungsschwerhörigkeit oder gar einen Hörverlust auslösen können.

  4. Hörsturz

    Ein Hörsturz tritt meist ganz spontan auf. Die Funktion des Gehörs schränkt sich plötzlich stark ein, bis hin zu einem kompletten Hörverlust. Meist tritt ein Hörsturz nur auf einem Ohr auf. Da das Ohr aufgrund starker Durchblutungsstörungen kaum mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, wird ein Hörsturz auch Ohr Infarkt genannt. Die Gründe für einen spontanen Hörsturz sind vielfältig. Meist geben betroffene Patienten an, währenddessen unter starkem Stress gestanden zu haben. Aufgrund der Schädigung des Gehöres bei einem Hörsturz, kann dieser eine anhaltende Innenohrschwerhörigkeit zur Folge haben.

Tägliche Lärmbelastungen von sechs Stunden können bereits Gehörschäden verursachen Tägliche Lärmbelastungen von sechs Stunden können bereits Gehörschäden verursachen

Symptome:

Schlechte Wahrnehmung von Geräuschen aus der Umgebung

Die Symptome einer Innenohrschwerhörigkeit sind äußerst eindeutig. Die beginnende Schallempfindungsschwerhörigkeit macht sich anfangs dadurch bemerkbar, dass einfache Umgebungsgeräusche nicht mehr wahrgenommen werden können. Im weiteren Verlauf zeigen Patienten eine Einschränkung des Sprachverständnisses bei Gesprächen mit ihren Mitmenschen. Da sich eine Innenohrschwerhörigkeit oft schleichend entwickelt, wird diese von Betroffen meist zu anfangs kaum bemerkt. Diese Einschränkungen können jedoch über einen längeren Zeitraum konstant bleiben, oder sich zunehmend verschlechtern.

Ohrgeräusche

Bei einer weiter Fortgeschrittenen Erkrankung des Innenohrs, vernehmen Betroffene des Weiteren verschiedene Ohrgeräusche, die als äußerst störend empfunden werden. Diese können als Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder Knacken wahrgenommen werden und tragen zusätzlich zu einer verschlechterten Wahrnehmung von Tönen und Geräuschen bei.

Diagnose:

Für die Diagnose ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt zuständig. Durch eine Reihe von Untersuchungen kann eine Innenohrschwerhörigkeit schnell festgestellt werden. Zunächst wird eine Spiegeluntersuchung beider Ohren durchgeführt, um Ursachen mit Ursprung im äußeren Gehörgang auszuschließen. Hierbei steht bei Ihrem HNO Mediziner besonders das Trommelfell im Fokus. Im Anschluss an die äußere Untersuchung werden verschiedene Hörtests durchgeführt, um festzustellen, ob und in welcher Frequenz der Patient Töne noch hören kann. Aufgrund dieser Tests wird eine Hörkurve erstellt, die Aufschluss über die Art der Schwerhörigkeit gibt.

Therapie:

Leider ist die Schallempfindungsschwerhörigkeit weder medikamentös noch operativ zu behandeln. Dennoch ist es wichtig, diese Erkrankung schnell zu erkennen. Das Hörorgan sollte schnellstmöglich durch ein Hörgerät unterstützt werden, wodurch die Symptome deutlich gemindert werden und das Hörvermögen zurück erlangt wird.

Die Schallleitungsschwerhörigkeit

Von einer Schallleitungsschwerhörigkeit spricht man, wenn der Schall nicht mehr vom Mittelohr an das Innenohr weitergeleitet werden kann. Dies führt dazu, dass das Hörvermögen eingeschränkt wird oder gar ein gänzlicher Hörverlust droht. Eine solche Schallleitungsschwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben.

Ursachen:

Die Ursachen für eine Schallleitungsschwerhörigkeit können unterschiedlicher Natur sein. Prinzipiell wird allerdings zwischen einer akuten Schallleitungsschwerhörigkeit und einer chronischen Schallleitungsschwerhörigkeit unterschieden.

Akute Schallleitungsschwerhörigkeit

Eine akute Schallleitungsschwerhörigkeit entsteht in erster Linie durch unterschiedliche Fremdkörper im äußeren Gehörgang wie zum Beispiel:

  • Ansammlung von Ohrenschmalz
  • Wasser
  • Eiter bei einer infektiösen Mittelohrentzündung

Diese Fremdkörperansammlungen kommen gerade bei Kindern recht häufig vor. Allerdings kann eine akute Schallleitungsschwerhörigkeit auch anders hervorgerufen werden. Auch Verletzungen, wie beispielsweise ein Riss im Trommelfell nach einem lauten Knall, Schwellungen des Innenohrs bei einer Mittelohrentzündung oder eine Unterbrechung der Gehörknochenkette durch Verletzungen des Schädels können die Ursache für eine solche akute Schallleitungsstörung sein.

Schallleitungsschwerhörigkeit einfach erklärt

Chronische Schallleitungsschwerhörigkeit

Eine chronische Schallleitungsschwerhörigkeit liegt vor, wenn die Ursache für eine solche Störung eine langanhaltende chronische Erkrankung ist. Diese können beispielsweise eine chronische Krankheit des Mittelohrs, übermäßige Knochenbildung im Innenohr oder sogar gut- oder bösartige Tumore sein. Des Weiteren kann eine chronische Schallleitungsschwerhörigkeit aus Fehlbildungen des Gehörgangs rühren, die bereits von Geburt an bestehen.

Symptome:

In erster Linie werden Alltagsgeräusche viel leiser und dumpfer wahrgenommen. Oftmals beschreibt der Patient, Geräusche und Töne wie durch Watte zu hören. Hierbei werden tiefe sowie auch hohe Töne gleich schwach wahrgenommen. Des Weiteren gestalten sich Gespräche mit Betroffenen äußerst schwer, da diese nur mit großer Anstrengung dem Gesprächsverlauf folgen können. Im schlimmsten Fall kann eine Schallleitungsschwerhörigkeit auch zum gänzlichen Hörverlust führen.

Diagnose und Therapie:

Durch eine Otoskopie beim HNO Arzt kann die Schallleitungsschwerhörigkeit festgestellt werden. Dabei werden das Trommelfell und der äußere Gehörgang untersucht. Je nach Art der Schallleitungsstörung, gestaltet sich die anschließende Behandlung einfach oder schwer. Sollte eine akute Schallleitungsschwerhörigkeit bestehen bei der das Innenohr nicht betroffen ist, gestaltet sich der weitere Behandlungsverlauf meist einfach: der Ohrenschmalzpfropfen wird entfernt und die Mittelohrentzündung kann behandelt werden. Bei einer chronischen Erkrankung jedoch, ist möglicherweise eine operative Behandlung notwendig, und der weiterhin bestehende Hörverlust muss mit einem Hörgerät ausgeglichen werden.


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