Durch Musikhören den Blutdruck senken

Durch Musikhören den Blutdruck senken

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Musik wirkt entspannend, kann unterhaltsam sein und ist letztendlich immer Balsam für die Seele. Doch Musik vermag noch sehr viel mehr zu bewirken, wie die Wissenschaft heute weiß: Mit den richtigen Klängen lassen sich nämlich tatsächlich Stresshormone abbauen und der menschliche Blutdruck absenken. Hier erfahren Sie alles darüber, wie die klassische Medizin um ganz neue Noten erweitert worden ist und welchen Einfluss Mozart, Bach & Co auf unsere Herzfrequenz haben.

Bluthochdruck - was ist das eigentlich genau?

Blutdruck ist zunächst einmal einfach nur der Druck, den das Herz durch seine Schläge in den Blutgefäßen aufbaut. Das Blut übt dabei einen Innendruck auf die Gefäßwände aus. Je nach Tageszeit und Tätigkeit kann dieser ganz unterschiedliche Werte aufweisen: In der Regel ist der Blutdruck bei sportlichen und anstrengenden Tätigkeiten höher, in Ruhephasen und während der Schlafenszeit am niedrigsten. Ein normaler Blutdruck kann somit in Werten von 120/80 mmHg bis 130/89 mmHg schwanken. Doch bei vielen Menschen ist der Blutdruck dauerhaft zu hoch. Dies ist dann der Fall, wenn vom Arzt ein Mindestwert von 140/90 mmHg gemessen wird. Dies kann dann langfristig sogar bis zum Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.

Ein normaler Blutdruck sollte zwischen 120/80 mmHg und 130/89 mmHg liegen Ein normaler Blutdruck sollte zwischen 120/80 mmHg und 130/89 mmHg liegen
Entspannung und Ruhephasen gehören zu den wirkungsvollsten Methoden, den Blutdruck zu senken. Entspannung und Ruhephasen gehören zu den wirkungsvollsten Methoden, den Blutdruck zu senken.

Was ist bei Bluthochdruck zu tun?

In der Regel werden Ihnen beim Bluthochdruck Nahrungsergänzungsmittel wie Nährstoffpräparate und insgesamt eine ausgeglichene Lebensweise empfohlen. So sollten Sie sich auch bei längeren Stressperioden regelmäßig und abwechslungsreich ernähren, auf alkoholische Getränke verzichten und in der Küche lieber Kräuter und Gewürze statt reines Speisesalz verwenden. Darüber hinaus ist es ratsam, sich viel in der freien Natur zu bewegen und für ausreichend Entspannungsphasen zu sorgen. Den eigenen Umgang mit Stress kann man verbessern, indem man beruhigende Selbstgespräche führt und die äußeren Umstände immer als etwas Positives betrachtet. Auch ein Saunabesuch kann durch seine abwechselnd kalten und warmen Reize bei vielen betroffenen Menschen wahre Wunder bewirken. Aber wie kann nun die Musik ihren Beitrag zur Genesung leisten?

Klassische Medizin oder klassische Musik?

Um herauszufinden, welche Auswirkungen unterschiedliche Musikkompositionen auf das Herz und den von ihm verursachten Gefäßdruck haben können, wurde von Forschern an der kardiologischen Klinik am Marienhospital Herne eine umfangreiche Untersuchung durchgeführt: Rund 120 Personen wurden verschiedene Stilrichtungen vorgespielt, die von Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu lauten modernen Rockklängen reichten.

Das erstaunliche Ergebnis: Mit klassischer Musik verringerte sich die Herzfrequenz der Versuchspersonen deutlich und es ließ sich damit augenblicklich der Blutdruck senken. Die lautstarken Hardrock-Stücke dagegen haben den Blutdruck sogar noch etwas weiter erhöht!

Wissenschaftler an der Ruhr-Universität Bochum konnten mittlerweile bestätigen: Klassische Musik senkt den Blutdruck und hilft grundsätzlich gegen allgemeine Probleme mit Stresshormonen und der Herzfrequenz. Während sich eine Kontrollgruppe ohne Musikeinspielung ruhig im Liegen entspannte, wurden die Versuchspersonen mit Musik beschallt. Klassische Musik von Mozart und Strauss führte dabei zur messbaren Absenkung des Blutdrucks, während die Songs der Popgruppe ABBA keinerlei Wirkung zeigten. Auch die Kontrollgruppe entspannte sich durch ihre Ruhephase, doch waren bei dieser die Messergebnisse weit weniger deutlich als bei den Musikern.

Im Experiment zeigte sich, dass klassische Musik tatsächlich den Blutdruck senkt. Im Experiment zeigte sich, dass klassische Musik tatsächlich den Blutdruck senkt.
Vor allem bei der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart konnten bei den Versuchsteilnehmern spürbare Blutdrucksenkungen beobachtet werden. Vor allem bei der Musik von Wolfgang Amadeus Mozart konnten bei den Versuchsteilnehmern spürbare Blutdrucksenkungen beobachtet werden.

Warum liefern Mozart und Strauss nun die beste Medizin?

Seitens der Forscher wird nun vermutet, dass es die ganz speziellen Kompositionsmerkmale von Mozart sind, die sich besonders günstig auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Dessen Werke sind oftmals geprägt von ständigen Wiederholungen und Wiedererkennungseffekten, was für den Stresshaushalt des Menschen beruhigend und blutdrucksenkend wirkt.

Auch bei Johann Strauß finden sich solche Merkmale wieder: Die Kompositionen basieren auf einfachen Strukturmerkmalen, eingängigen Melodienverläufen und ständig wiederkehrenden Formen. Der Grund, weshalb dagegen die schwedischen Popikonen von der Gruppe ABBA überhaupt keinen Einfluss auf den Blutdruck haben, liegt noch heute in den musikalischen Sternen verborgen.

Durch Musikhören den Blutdruck senken: Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Blutdruck entsteht, weil das Herz in den Blutgefäßen Druck aufbaut
  • Ab einem Wert von 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck
  • Zur Vermeidung zu hohen Blutdrucks wird eine gesunde Ernährung und eine ausgewogene Lebensweise empfohlen
  • Ein Experiment hat gezeigt: Auch das Anhören von Musik baut Stresshormone ab und senkt den Blutdruck
  • Vor allem klassische Musik zeigt dabei eine große Wirkung
  • Den Grund für diesen Effekt vermuten die Forscher in bestimmten Melodienmustern

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